Hallo

Überlegung der Woche

Als ich das erste Mal bekifft war (mit  16 J.), dachte ich, ich sei Frida Kahlo. Ich malte, malte im Farbenrausch, als gäbe es kein Morgen. Als ich das zweite Mal bekifft war, dachte ich, ich sei Ingeborg Bachmann. Ich reimte “Plombe” auf “Atombombe”, “Aprikose” auf “Neurose” und machte die schönsten Zeilensprünge in meinem Jugendzimmer. Als ich das dritte Mal bekifft war, fiel mir keine Künstlerin mehr ein. Deprimiert wankte ich in die Küche. “Mutter, Mutter, nenn mir eine berühmte Künstlerin!” “Tina Turner”, sagte Mutter nach einigem Grübeln. Aber Tina Turner wollte ich nicht sein, Tina Turner machte mich schlagartig wieder nüchtern. Ich habe dann nur noch selten gekifft.